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CDU-Kreistagsfraktion besuchte Suchtklinik Eschenburg

Erfreulich niedrige Rückfallquote

Als Fachklinik hat sich die Klinik Eschenburg auf die Behandlung von abhängigkeitser-krankten Menschen spezialisiert. Sie ist die einzige Einrichtung dieser Art in Mittelhes-sen und mittlerweile seit 30 Jahren auf diesem Fachgebiet tätig. Um sich einen Einblick über diese Arbeit zu verschaffen, statteten jetzt Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion, darunter Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdL, sein Landtagskollege Clemens Reif, die Kreisbeigeordneten Ulla Landau und Karl-Heinz Schüler sowie die Abgeordneten Rabea Krämer-Bender, Heiko Budde und Matthias Bender, der Klinik einen Besuch ab.

Klinikleiter Dr. Thomas Klein und Assistentin Anna Klein informierten die Besucher über die aktuelle Situation. Wie Dr. Klein berichtete, habe die Klinik aktuell 95 Plätze. Hinzu kämen zwölf Adaptionsplätze für Menschen, die ihr Leben neu starten wollen. Zwölf Plätze im Bereich des intensiv betreuten Wohnens stünden für diejenigen zur Verfügung, die nach der Adaption noch immer Probleme hätten. Erfreut sei man darüber, dass 60 Prozent der Patienten im letzten Jahr auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden konnten und dass die Rückfallquote bei diesen Patienten bei nur rund 20 Prozent liege, einem bundesweiten Spitzenwert.

Der Frauenanteil liege bei 20 Prozent. Insgesamt könne man sagen, dass Menschen aus allen Schichten und Regionen in die Klinik kämen. Die Ursachen seien vielfältig. Arbeits-losigkeit, Depression, Scheidung, Druck und Stress seien nur einige Stichworte als Ursa-che, wobei generell erfreulich sei, dass der Alkoholkonsum in Deutschland niedriger geworden sei. Allerdings stehe man europaweit immer noch auf Platz 5. Spitzenreiter sei Deutschland leider im Ranking des Komasaufens von jungen Menschen im Alter von zwölf bis 15 Jahren. Vor diesem Hintergrund warne er auch dringend davor, so Dr. Klein, sogenannte weiche Drogen wie Cannabis und andere freizugeben. Sie seien Einstiegsdrogen, hätten negative Langzeitwirkungen, führten zu Konzentrationsproblemen und in letzter Konsequenz zur Abhängigkeit.

Wenn man in Eschenburg gleichwohl ein insgesamt sehr zufriedenes Fazit ziehen könne, dann liege das in einem in Deutschland praktizierten ausgeprägten System von Entzug, Prävention und Reha, das europaweit spitze sei. Durchschnittlich zwei Wochen würden die Patienten unter dem Aspekt der Entgiftung in einer speziellen Entzugsklinik behandelt.

Danach würden sie – und das sei einmalig in Hessen – bis zur Aufnahme in der Rehabilitationsabteilung von der Fachambulanz betreut, denn die Zeit zwischen Ent-giftung und Reha, die bundesweit häufig zu lang sei, führe zu einer starken Rückfallge-fährdung. Um dieses zeitliche Gefährdungsfenster zu schließen, habe man sich ent-schlossen, vor Ort in der Klinik entsprechende Zwischenangebote zu unterbreiten. Dankbar sei man der AOK und den Betriebskrankenkassen, dass sie im Sinne der Patienten von den Vorzügen dieser Zwischenbehandlung überzeugt werden konnten. Barmer und DAK würden sich bisher zumindest verweigern, so dass man als Klinik im Interesse der Patienten diese Kosten übernehme. Das Ganze geschehe seit fünf Jahren mit dem ungewöhnlich erfolgreichen Ergebnis, dass etwa 96 Prozent dieser Patienten auch in die Reha übernommen werden könnten.

Zum Erfolg gehörten aber neben entsprechender medizinischer und psychologischer Betreuung Rahmenbedingungen wie die Einbindung von Familie und Partnern, von Ar-beitswelt und Arbeitgebern. In diesem Zusammenhang ging der Dank von Dr. Klein an die heimische Wirtschaft, denn in über 80 Firmen könnten Menschen, je nach fachli-cher Fähigkeit, wieder einsteigen. „Dieses Gesamtkonzept“, so Irmer und Reif, „ist nicht nur hessenweit einzigartig. Es ist beispielhaft und deshalb appellieren wir gerade an die Krankenkassen, die sich bisher noch nicht beteiligen, sich diesen Erfolgszahlen im Sinne der Patienten nicht länger zu verschließen.“

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