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Syrien und seine Flüchtlinge

In Syrien tobt seit mehr als 2 Jahren ein unerbittlicher und höchst grausamer Bürgerkrieg. Am meisten leidet die unbeteiligte Bevölkerung, die Frauen, die Kinder und die Alten. Am Rande stehen auch die Minderheiten. Dazu gehören insbesondere auch die Christen und die Alewiten. Syrien ist übrigens die Geburtsstätte des Christentums. In Bethlehem wurde Jesus Christus geboren und in Damaskus hat Paulus das Christentum aus der Taufe gehoben. Hier kann man die noch urchristlichen Gemeinden antreffen. Die Aramäer, Makkabäer, Chaldäer, Armenier, Maroniten und syrische-orthodoxe Christen. Sie alle stehen nicht nur für die Christen im Morgenland sondern auch und gerade für das christliche Abendland. Bislang im Volk hoch angesehen werden sie von verschiedenen islamistischen Gruppen und Al-Kaida Kämpfern bedroht, bekämpft und ermordet. Viele sehen keine Zukunft mehr in ihrem Syrien, einem uralten Kulturland mit sehr gut ausgebildeten und gebildeten Menschen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine hohe Verantwortung für diese Menschen haben und bin froh und dankbar, dass die Bundesregierung sich entschlossen hat zunächst einmal 5.000 Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen.

Zerstörte Kirchen, brutale Hinrichtungen, ständige Verfolgung: Die Situation der Christen in Syrien ist lebensgefährlich (Foto: REUTERS)Was geschieht konkret: Für die Aufnahme die 5.000 syrischen Flüchtlingen verschiedener Ethnien und Religionen durch die Bundesrepublik Deutschland ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zentral zuständig und für die Umsetzung dieser Maßnahme ist in Hessen das Hessische Sozialministerium. Die Flüchtlinge werden auf der Grundlage eines Schlüssels auf die Bundesländer verteilt. Auf Hessen fallen 365 Personen. Von diesem Kontingent sind bis Ende Oktober 73 syrische Flüchtlinge eingetroffen. Sie nehmen zunächst an Orientierungskursen in der Durchgangsunterkunft Friedland in Niedersachsen teil und werden dann von dort aus direkt in die aufnehmenden Kommunen gebracht. In der Zahl der 365 Bürgerkriegsflüchtlinge sind auch 80 Individualeinreisende enthalten. Diese reisen mit Visa der Deutschen Botschaft ein und werden in der Regel von Verwandten am Flughafen abgeholt. Davon sind von 80 bereits 64 angekommen. Sie müssen sich bei den örtlichen Ausländerbehörden melden, die diese dem RP Darmstadt weitermelden. Neben der Aufnahmen der 5.000 besonders schutzbedürftigen syrischen Flüchtlingen können auf Grund der Hessischen Aufnahmeanordnung auch Verwandte von in Hessen lebenden deutschen und syrischen Staatsangehörigen eine Aufenthaltserlaubnis in Hessen erhalten. Voraussetzung für diesen Familiennachzug ist, dass die Verwandten Deutsche Staatsbürger oder Ausländer im Besitz einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung sind und eine Verpflichtungserklärung zur Übernahme der Unterbringungs- und Lebensunterhaltskosten abgeben. Von diesem Familiennachzug können nur Ehepartner, Verwandte ersten und zweiten Grades sowie deren Ehepartner und minderjährige Kinder profitieren. Noch eine letzte Anmerkung sei mir als katholischer Christ erlaubt: Nachdem wir in den letzten Wochen erfahren durften wie vermögend die katholische und auch die evangelische Kirche in Deutschland ist, sei mir die Frage erlaubt, ob nicht die beiden Kirchen ihrer Verantwortung gerecht werden wollen und nicht wenigstens ihre Glaubensbrüder und Glaubensschwestern mit offenen Armen aufnehmen. Das wäre dann praktizierte Nächstenliebe.

Ihr

Clemens Reif

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